Spechtelbericht Nacht vom 24.02.17

Die erste Nacht 2017, die wirklich mal gut war. 🙂 Problem war nur, dass ich um Mitternacht Feierabend sein musste, weil ich nächsten Tag zur Maloche musste. #hierjetztbitteganzvielmittleidvoneuch#

venusZuerst ging es raus um 18 Uhr. Als Teleskop nahm ich den 7″ Maksutov und Monti war die EXOS-2. Die Venus stand blendend da oben. Mit dem 12mm Okular konnte man sehr schön die Phase erkennen. Echt gut. Am Mars sah es leider nicht mehr so gut aus. Wirklich was sehen konnte ich nicht.

Um 19:30 kamen dann Wolken und um 20:15 schlugen die Hagelkörner ein. Dann aber wurde es um 21:30 Uhr wieder richtig schön klar. Seeing würde bei mir 87 von 10 Punkten bekommen und die Transparenz 6 von 10. War echt gut. Bestimmt nicht die beste Nacht, aber nach der Durststrecke ein Geschenk der Götter.

Diesmal machte ich mir eine kleine Beobachtungsliste die ich abarbeiten wollte. Einige der Objekte sind eher nicht machbar mit meiner Öffnung oder der Himmel hier reicht nicht aus. Und dann ist der Maksutov auch nicht das Gerät der ersten Wahl, wenn es um Großflächige Dinge geht. Aber ich Mak diesen Chinaböller irgendwie.

Ich werde jetzt auch immer einene Beobachtungsbericht machen. Dazu nehme ich immer am Handy meine Eindrücke akustisch auf und schreibe sie dann später hier rein.

Dann mal los:

Angefangen habe ich mit M1 – Der Krebsnebel.

Das GoTo hat ihn sauber zentriert angefahren. Ohne Filter im 30 wie eine weiche Watte. Strukturen kaum zu erahnen. Gleiches im 40mm und auch mit 25mm. Mit OIII-Filter ist der Kontrast besser, aber nicht so, wie ich es zum Beispiel beim Orion habe. Den Krebsnebel hatte ich da schon besser. Dann mit dem UHC-S Filter. Im 30mm treten die Strukturen schon etwas besser hervor als ohne Filter. Eindeutig aber besser das Gesamtbild als im OIII. Dann mit dem 40mm Okular. Die beste Wahl im Zusammenspiel mit dem UHC-S. Der Nebel wirk jetzt wie von Adern durchzogen. Oder vielmehr wie ein Papier was zerknüllt wurde und dann wieder leicht geglättet.

NGC 1333 – Reflektionsnebel

Im 40mm Okular ganz, ganz schwach zu sehen. Er wirkt eher wie ein Halo um den Stern. Weicher, gleitender, kontrastloser Übergang in den Hintergrund. Man könnte denken, das Okular ist leicht beschlagen. Habe es kontrolliert und es war nicht so. Am Himmel lag es auch nicht, dass ein Halo gebildet wurde. Daher eindeutig den Nebel erkannt. OK. Was heißt eindeutig? Es wurde ein nebliger Kreis/Fleck um einen STern erkannt, der nicht sehr groß ist und ohne Wissen, dass da was ist, übersehen werden würde.

NGC 1514 – Planetarischer Nebel

Besser zu erkennen als NGC1333. Er hebt sich kontrastreicher vom Hintergrund ab. Im 40mm ohne Filter erkennt man auch indirekt gut die Kreisform. Von der Fläche her würde ich ihn mit NGC 1333 vergleichen wollen. Aber er wirkt massiger. Dann der Versuch mit dem UHC-S Filter. Hmmmmmm. Es könnte sein, dass der Kontrast sehr leicht besser wird. Aber unterschreiben will ich das nicht. Limit wird der Himmel wohl sein. Die Sterne sind nicht so schön pieksig wie in anderen Nächten.

Dann im 30mm mit dem UHC-S. Jetzt wird es besser. Es tritt mehr die Scheibenform hervor. Strukturen sind nicht zu erkennen. Aber ein Ring um den Stern, wobei dieser sehr dicht am Stern ist.

moon_213548_0001
Der Himmel in der Nacht mit der ASI120mm und dem Übersichtsobjektiv. 35 Sekunden  und Gain 27

IC 348 -kleiner offener Sternenhaufen an dem ein Reflektionsnebel angrenzt (LBN758)

Da würde ich sagen: Nicht wirklich. Ich glaube den Reflektionsnebel 2, 3 mal indirekt gesehen zu haben im 40mm. Form wie eine lang gebogene Wiege. Aber als eindeutig würde ich das nicht abhaken wollen. Nochmal versuchen in einer sehr, sehr guten Nacht. Der Sternenhaufen selber ist nicht besonders. Keine Anordnung, die mich anspricht.

NGC 2419 -Der intergalaktische Wanderer (Kugelsternhaufen)

Sofort gefunden im 40mm. Aber aufpassen. Er ist sehr schwach. Er wirkt eher wie ein Nebel und könnte bei hektischer Suche übersehen werden. Unbedingt ansehen. Auch wenn ich es nicht geschafft habe eindeutig Einzelsterne aufzulösen, so hat er doch was. Naja, irgendwie sieht man doch die Sterne des Haufens. Er wirkt etwas krisselig. Nicht weich und glatt wie man es von einem Nebel her kennt. Im 30mm Wurde er nicht besser aufgelöst. Dann im 19mm wirkte er mehr eiförmig. Als wenn er Auswuchtungen hat. Wirkliches Auflösen von Einzelsternen gelang mir nicht, aber der Gesamteindruck war rauer. Insgesamt gefiel er mir im 40mm am besten.

IC 443 Quallennebel

Ok. Nicht zu sehen. Aber man erahnt das da was ist. Die Sterne im Nebel sind einfach nicht so brillant wie alle anderen im Umkreis des Nebels. Der Hintergrund wirkt auch leicht dunkler. Aber ganz leicht nur. Irgendwelche Einzelheiten vom Nebel konnte ich nicht ausmachen. Egal ob mit oder ohne Filter. Einzig mit dem H-Beta würde ich mich mal weit, aber ganz weit , aus dem Fenster lehnen wollen und behaupten, dass ich den Quallenkopfbereich als dunkleren Bogen indirekt  ganz, ganz schwach erahnt habe.

moon_214151_0001_abe

M67 – offener Sternenhaufen

Sehr hübsch. Erinnert mich im Okular leicht an einen Dreizack. Farblich eher nicht so spannend. zwei Sterne würde ich mehr ins rötliche schieben wollen. Sie sind zentral im Haufen. Der rest wirkt bläulich bis weiß. Naja. vielleicht noch zwei weitere Sterne mehr ins rot.

M44 – offener Sternenhaufen

Sehr brillante Sterne. Mit dem 40mm Okular passt er gerade noch so ins Gesichtsfeld. Nichts besonderes, aber schön anzusehen. Er tritt im Vergleich zu seiner Umgebung sehr hervor

IC 444 -Refletionsnebel

Nichts. Nada, Nicht gefunden oder gesehen. War mir aber klar, nachdem ich die Qualle auch nicht sehen konnte.

Zum Abschluss gab es dann noch Jupiter. Erst nur Matsch und ich konnte sogar die Wolkenbänder kaum erkennen. Dann um 00:15 Uhr ging es so einigermaßen. Aber Jupiter selber habe ich schon um mehrere Klassen besser gesehen. Schön war aber der Anblick der Monde Io, Europa und Callisto bildeten ein schönes Dreieck und Ganymed stand auf der anderen Seite gegenüber weit abseits. Der Rote Fleck war auch nur matschig zu erkennen. Aber wenigstens den Dicken mal wieder gesehen

Um 00:30 gings dann rein und um 6 Uhr bimmelt dieser mistige Wecker 😦

trails
Startrails von der Nacht. 235x 35 Sekunden mit der 120MM und dem Weitwinkelding was dabei war
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4 Gedanken zu “Spechtelbericht Nacht vom 24.02.17

  1. Hallo Oliver

    Sehr schöner Bericht.
    Ich muss auch mal wieder visuell etwas machen.
    Durch die astrofotografie kam der 10 Zöllner in letzter Zeit viel zu kurz.
    Wir sehen uns .
    Mario

    1. Danke Mario. War mal schön wieder nur visuell was zu machen.Im Endeffekt finde ich das Visuelle immer entspannter als die Fotografie. Aber die ganze Bildbearbearbeitung und so machen auch Spaß. Und man will ja das Zeug auch nutzen was man da rumliegen hat.

  2. Tja, ich müßte mich auch mal durchringen, meine Beobachtungen irgendwie zu dokumentieren. Ein Buch mit vielen leeren Seiten und ein Stift liegen sein langer Zeit bereit (Handy hab ich keins). Nur reingeschrieben hab ich noch gar nichts.

    Deine Berichte gefallen mir gut. Sind die alle aus der gleichen Nacht?

    Und mit der Maloche habe ich auch #hierjetztbitteganzvielmittleidmitdir#. Ich muß auch immer um 7 Uhr morgens auf der Matte stehen. Da überlegt man sich dann schon, wann man am Vorabend Feierabend macht, auch wenn es draußen noch so interessant ist 🙂

    Edgar

    1. Das mit den Berichten habe ich von einem Freund mir abgeschaut. Gruß an Kobi an dieser Stelle 🙂 Der Bericht ist aus der einen Nacht. Mir ist dabei auch aufgefallen, dass ich diesmal schneller als sonst durch die Objekte gehüpft bin. Wird wohl der Zeitdruck gewesen sein. Meistens bleibe ich sonst so 30 Minuten bei einem Objekt und pausiere dabei immer wieder. Bierchen oder eine Paffen.

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