Spechteln mit dem Bleistift

Nach einer Woche Bett mit Antibiotika und dadurch versäumter zwei wirklich brauchbarer Nächte, konnte mich gestern nichts im Bett halten. Ich hatte echt die Schnauze voll vom Rumliegen und wollte wieder an die Luft.. Das Wolkenradar sah ganz brauchbar aus und machte Hoffnung, dass es später am Abend richtig klar werden würde. Und es wurde richtig klar 😀 Fotografieren? Den Dobs schubsen und einen auf old school machen? Oder mal was anderes? Ich hatte mir vor einem Jahr mal Zeichenkarton und Bleistifte geholt, weil ich damals anfangen wollte Zeichnungen von meinen Beobachtungen zu machen. Und wie es halt so ist, schiebt man das alles vor sich her und vergisst es irgendwann total. Also warum nicht damit mal jetzt wirklich anfangen? Mit dem Dobs? hmmmmm. Da ich mir das Zeichnen mit gleichzeitigen Schubsen für das erste Mal ziemlich stressig vorstellte, dachte ich an meinen 7″ Mak. Ich wollte den eh mal bezüglich seiner Deepsky-Fähigkeiten testen. Warum nicht beides kombinieren? Jupiter strahlte auch wundervoll, und für den Dicken ist der Mak dann auch perfekt.

Jupiter vom 180315 SketchSo um 20:30 Uhr ging es dann raus. Zuerst wurde ganz gemütlich Jupiter beobachtet. Transparenz war schon richtig gut und das Seeing gehörte schon zu den besseren. Angefangen mit dem 12mm Celestron ging es dann später an das 8,8mm ES. 307-fache Vergrößerung und das Bild war schön ruhig und die Wolkenbänder zeigten viele Details. Am optimalsten war der Kontrast mit dem 12mm. Ich glaube ein 10mm wäre perfekt gewesen. Aber das fehlt mir noch. Noch. Da muss eines her. Meisten war es immer so, dass das 12mm ein sehr gutes Bild lieferte und beim 8,8mm ein leichter Einbruch der Abbildung zu erkennen war. 10mm müsste bei meinen Bedingungen hier wohl das Maximum am Mak sein, welches ich relativ häufig einsetzen könnte.

So um 21:30 Uhr ging es dann los mit dem Deepsky am Mak. Und wie macht sich der Dicke? Erstaunlich gut.Als Okular kam fast nur das 40mm Meade SWA zum Einsatz. Das sind aber bei 2700mm Brennweite auch 67,5-fach. Ungefähr das, was ich mit dem 19mm am Dobson von der Vergrößerung habe. Maksutov und Deepsky sind nicht die perfekte Kombination. Er kann es, aber halt nicht richtig super. Am Dobs habe ich 20cm Öffnung und am Dicken Mak 18cm. Das macht sich auch bemerkbar. Bei Galaxien fallen die 2cm weniger doch schon auf. Man braucht länger um schwache Bereiche zu erkennen. Bei Kugelsternhaufen gewinnt der Newton aufgrund seines besseren Kontrastes. Sterne allgemein kommen mir im Newton knackiger vor.  Objekte wie M13 lassen sich am Newton besser Auflösen. M82, die Zigarrengalaxie, kam mir im Mak besser vor als im Newton. Zwar leicht kontrastärmer, aber dadurch „flauschiger“. M81 hingegen wirkte sehr viel dezenter und ich musste mich lange konzentrieren um die Scheibe erahnen zu können.

Will ich keinen langen Tubus und Mond und Planeten stehen ganz oben auf er Liste und Deepsky ist eher nicht so mein Ding, soll aber trotzdem machbar sein? Dann könnte ein Maksutov mit großer Öffnung durchaus ein Lösung sein. Nachteilig ist natürlich die hohe Brennweite. Widefield ist nicht machbar. Aber dafür habe ich doch schon einen kleinen Lichteimer, der keinen Farbfehler hat und nicht viel Platz wegnimmt. Preis-Leistung gewinnt aber der Newton.

Genug gelabert. Das Zeichnen ging ganz gut wieder von der Hand. Es sind bestimmt 25 Jahre vergangen, seitdem ich zuletzt mal gezeichnet habe. Als Stift diente mir ein B8 und Zeichenkarton. Danach habe ich alles eingescannt, invertiert und noch dezent nach bearbeitet. M51 und M81 hatte ich doch zu hell zu Papier gebracht. Da fehlt mir noch die Übung, wie ich schwache Bereiche darstelle. Aber fürs erste Mal ganz nett geworden. Das Umdenken, hell dunkel zu zeichnen geht erstaunlich gut und machte überhaupt keine Probleme. Was aber heftig ist, sind offene Sternenhaufen. M67 haut bestimmt nicht richtig hin. Aber Sterne an ihre korrekte Position zu setzen ist doch schon eine Herausforderung. Da rauche ich mich noch auf. Pro Bild waren es jeweils ungefähr 30 Minuten die ich gebraucht habe. Und die Zeit verging wie im Flug. Positiver Nebeneffekt vom Zeichnen ist auch, dass man sich noch mehr konzentriert. Details finden fiel mir dabei leichter als beim Spechteln ohne Bleistift.

Hier die Bilderchen.

M92 Sketch M82 Sketch M81 Sketch M67 Sketch M53 Sketch M13 Sketch M51 Sketch M3 Sketch

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