Spechtelbericht c/2014 Q2 Lovejoy und Schatten von Io auf Jupiter

Jetzt habe ich ihn endlich auch gesehen. Lovejoy ( C/2014 Q2). Beim Aufsuchen mit dem 7×50 Fernglas tat ich mir schwer und fand ihn einfach nicht. Mit 4,4 mag ist er eigentlich schön hell, aber ich bin nicht der Fernglastyp und habe da irgendwie nicht das Auge für schwächere Objekte. Vollmond ist auch und da säuft er zusammen mit der Lichtverschmutzung für meine Augen wohl zu sehr ab.Also wurde der 8″ Dobson in den Garten geschubst und das 30mm Erfle zum Suchen genommen. Drei Anläufe und ich hatte ihn. Das Auffinden geht jetzt ziemlich einfach. Als Orientierung kann man Rigel im Sternbild Orion nehmen. Momentan ist er relativ waagerecht westlich von Riegel. Entfernung ungefähr der Abstand von Rigel zu Saiph und die Flugbahn geht Richtung o Tau im Sternbild Stier. Da wird er am 13. Januar ankommen und weiterziehen.

c2014 q2 lovejoy

Einen Schweif konnte ich am Anfang nicht erkennen, aber dafür ein sehr schönes Koma und auch der Kernbereich zeigte sich gut abgegrenzt vom Rest. Aufgrund des hellen Mondes entschloss ich mich dafür auch den LPR-Filter einzusetzen. Mit dem LPR wurde der Kernbereich sehr viel Kontrasreicher. Von den Okularen her benutze ich das 40mm Meade, das 30mm Erfle und das 19mm Celestron. Am 19mm war die Abbildung am besten. Nach einiger Zeit konnte ich gaaaanz dezent indirekt einen Schweif erahnen. Aber nur sehr, sehr schwach. Mit LPR-Filter überhaupt nicht und ohne nur im 19mm. Ohne Mond hätte die Sache bestimmt besser ausgehen. Wenn die nächsten Tage länger wolkenfreie Stunden angesagt sind, will ich versuchen ihn mit dem 130 PDS zu fotografieren. Das Aufsuchen wird bestimmt lustig. Ich und eine EQ-Montierung. Das passt irgendwie nicht 😀

Nachdem ich Lovejoy knapp eine Stunde beobachtet habe, sah ich mir noch etwas Jupiter an. Und dabei fiel mir ein kleiner schwarzer Fleck auf. Ahhhhh der Schatten von Io. Ich muss gestehen, mein erste Mondschatten auf Jupiter den ich bewusst beobachtet habe. Das hört sich vielleicht an, wie einen wandelten Stein zu beobachten, aber es ist wirklich interessant. Beobachte habe ich rund 45 Minuten. Io entfernte sich in dieser Zeit immer weiter von Jupiter weg (von unserem Standpunkt aus gesehen. Er umkreist ihn ja) und „zog“ den Schatten hinter sich her. Eine Sonnenfinsternis mal von „hinten“ zu beobachten ist ganz entspannend. Das Seeing war in Ordnung. Erst hatte ich mich geärgert, dass ich nicht meinen großen Maksutov aufgebaut hatte um entspannt in hoher Vergrößerung alles zu beobachten, aber letztendlich war bei 240x die oberste Schmerzgrenze erreicht. Eher schon überschritten. Io sein Schatten wurde  da schon unscharf und schwerer zu erkennen. Bei 200x mit dem 6mm war das Bild schon besser, aber bei 171x mit dem 7mm war aber alles perfekt. Kontrastreich konnte man den Schatten von Io und Io selber beobachten. Die Wolkenbänder selber waren heute nicht so ergiebig. Eher flau war der Kontrast und die Farben glänzten nicht so sehr wie sonst im Newton. Feine Unterschiede in den Wolken selber konnte ich diesmal kaum erkennen.

Dann wurde abgebaut, es kamen mal wieder Wolken…

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