Den eigenen Beobachtungsplatz in Stellarium

Mal was, vielleicht, sinnvolles bei dem Mistwetter hier.

Ich hab von Anfang an Stellarium genutzt. Ein kostenloses Programm (Außer Andoid), welches einem den Sternenhimmel zeigt von dem Punkt aus, wo man sich befindet. Eigentlich wurde an alles gedacht:

  • Deepsky-Objekte (Messier, ic, ngc, usw.)
  • Sterne von denen ihr nie was gehört habt
  • Einige Objekte sind sogar mit Bildern hinterlegt
  • Jupiter zeigt seine aktuelle Ansicht mit Monden und großem Roten Fleck
  • Satelliten
  • Seeing kann eingestellt werden
  • Teleskopsteuerung
  • Koordinatensystem
  • Okularsimulation
  • und noch vieles mehr
Blick nach oben von meinem Garten aus.
Blick nach oben von meinem Garten aus.

Und die Bedienung ist wirklich einfach.

Aber eine Funktion würde ich besonders Neulingen ans Herz legen, die sich nicht wirklich am Sternenhimmel auskennen. Den eigenen Beobachtungsplatz in Stellarium einbinden. Der Vorteil an der Sache ist, dass man bekannte Punkte sieht und daher einfacher Sternkonstellationen zuordnen kann. Ein Baum dient als Orientierung, oder der Schornstein. Gerade bei Spechtlern, die im heimischen Garten sich austoben, kann es hilfreich sein.

Da es einige sehr gute Anleitungen im Netz gibt, die es bestimmt sehr viel besser erklären können als ich, werde ich hier nur kurz anreißen wie es funktioniert. Keine 100% Garantie, dass ich alles richtig beschreibe. Aber so müsste es funktionieren, wenn ich nicht alles vergessen habe 😉

stellarium
Richtung Westen

Ihr benötigt eine Digitalkamera und ein Stativ. Dieses stellt ihr am besten genau da auf, wo ihr normalerweise immer beobachtet. Dann die Kamera direkt nach Osten richten auf Horizont-höhe. Die Ausrichtung nach Osten ist wichtig, da Stellarium sich an dem ersten Bild im Panorama orientiert und diesem am linken Rand des Panoramas will. Die Brennweite sollte ca. dem Durchmesser des Chips der Kamera entsprechen (Google hilft). Dadurch wird das Bildfeld nicht unnatürlich verzerrt. Dann fangt ihr an ein 360° Panorama zu knipsen. Keine Panoramafunktion in der Kamera nutzen. Einzelbilder. Das Panorama wird später erstellt. Bild für Bild bewegt ihr die Kamera im Uhrzeigersinn bis ihr wieder an der Ausgangsposition seid.  Dann geht es weiter mit den oberen Teilen, die ihr noch nicht fotografiert hatte (Bäume, Kirchtürme, Dächer, etc.) Das sollte unbedingt gemacht werden, da sonst die Umgebung nicht stimmt. Seid ihr damit fertig, müsst ihr auch noch den Boden in dieser Weise Aufnehmen.

Nachdem ihr dieses alles erledigt habt (Ich war in rund 30 Minuten fertig) könnt ihr diese Bilder dann z.B. in Hugin zu einem Panorama verbinden lassen.

Wichtig ist dort, dass Osten links ist! Der Horizont sollte auch so genau wie möglich in der Mitte liegen.

Dann das Panorama in einem Bildbearbeitungsprogramm öffnen wo ihr mit Ebene arbeiten könnt. Gimp z.B.. Stellarium erwartet eine Landscape in der Größe 2048×1024 mit einer Auflösung von 72dpi. Das Bild jetzt auf eine die horizontale Größe von 2048 mit 72 dpi scalieren. Horizontal ist die Breite 😉

Eine neues Bild mit eine Auflösung von 2048×1024 und 72 dpi und transparenten Hintergrund erstellen.

Euer Panorama in dieses Bild als neue Ebene einfügen. Bringt bitte den Horizont genau in die Mitte.

Jetzt wirds etwas mehr. Ihr müsst den gesamten Himmel entfernen. Nehmt z.B. den Zauberstab und radiert ihn weg dann. Je genauer ihr sein wollt umso länger wird es dauern. Gerade die Bereiche zwischen Baumästen können schon nerven. Wenn am Boden noch frei Stellen sein sollten, könnt ihr z.B. mit dem Stempel diese auffüllen. Oder einfach mit einer Farbe. Wie ihr wollt.

Wenn ihr das gemacht habt könnt ihr euer Werk als PNG speichern.

Damit Stellarium mit unserem Landscape umgehen kann, sind noch ein paar Dinge zu machen. Erstellt eine Datei mit der Bezeichnung Landscape.ini und schreibt in ihr folgende Dinge: Kursiv muss mit euren Werten ersetzt werden. Längen und Breitengrad bekommt ihr. z.B. über Google-Maps raus.
[landscape]
name = Name Eurer Landschaft
author = Name des Erstellers
description = kleine Beschreibung eurer Landschaft
type = spherical
maptex = Dateiname_eurer_Landschaft.PNG

[location]
planet = Earth
latitude = +52d123″
longitude = +12d33’22“
altitude = 30

Diese Datei zusammen mit der PNG-Datei (Das Panorama) in einem Ordner machen und dann diesen Ordner in eine ZIP-Datei packen.

Die ZIP-Datei könnt ihr dann unter Landscapes in Stellarium einbinden. Fertig ist Eure eigene Landscape.

Kleiner Tipp noch. Bringt die Kamera auf die Höhe, wo euer Kopf ist wenn ihr euch am Sternenhimmel orientiert. Dann passt es besser vom Blickwinkel. Falls ihr nur im sitzen euch orientiert solltet ihr auch die Kamera auf diese Höhe stellen. Im stehen dann natürlich dementsprechend. 100% wird es nie passen. 10 Meter entfernt von eurem Aufnahmepunkt für das Panorama und schon ist der Blickwinkel wieder anders. Mir hilft es immer noch, dass ich die eigene Umgebung in Stellarium habe. Interessant ist es auch für Astrofotografie, wenn man keine komplette Rundumsicht hat. Man kann prüfen, ab wann das Objekt für einem sichtbar ist und wie lange. Bei Astrofotografie würde ich als Höhe das Teleskop dann nehmen, falls man einen festen Beobachtungsplatz hat. Das habe ich auch so gemacht.

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Ein Gedanke zu “Den eigenen Beobachtungsplatz in Stellarium

  1. An einen eigenen Standort in Stellarium hab ich auch schon mal gedacht. Doch bisher (und auch in absehbarer Zeit) fehlt die Ruhe und Gelegenheit dafür. Aber danke für die Erklärung und zusätzliche Motivation.

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