Spechtelbericht vom 27. zum 28.10.2014

Diesmal einen Spechtelbericht, den ich mal für einen Freund gemacht hatte. Ist zwar schon ein paar Tage her, aber vielleicht gefällt es jemanden. Beobachtet wurde mit dem 8″ Dobson. Der Bericht ist fast 1:1 die Mail die ich ihm damals schickte und wurde in der gleichen Nacht geschrieben und spiegelt daher ganz gut meine Eindrücke wieder.

Ich hab gegen Mitternacht mal versucht die Himmelsqualität zu „testen“. Im Zenit konnte ich Sterne bis Mag 6,4 indirekt erkennen. 😀 Als Vergleichsgebiet habe ich Kassiopeia genommen. Im Osten als Orion dann langsam gut stand, müsste so um 0:30 Uhr gewesen sein gingen ohne Probleme 5,0 Mag Sterne. indirekt evtl. noch 5,5 Mag. Der Bereich wo M42 ist war ungefähr 30° hoch und den habe ich verglichen.

Erstmal die Standards bei mir, die ich immer irgendwie besuche. M31. Sah schon besser aus, aber die Sicht war noch nicht so gut. Um Mitternacht konnte ich dann aber ohne Fernglas oder so eine Scheibenform erkennen. Die Plejaden. Den Ringnebel, aber den hatte ich schon viel besser im Visier. War da so um 22 Uhr und noch nicht die Sicht wie sie dann später wurde. Ab 23 gings dann rapide Bergauf mit der Sicht und ich fing dann mal an.

Angefangen hab ich mit M52. Den Kugelhaufen konnte ich schön im 7mm auflösen. Dann gleich daneben C42 (NGC 7006) versucht. Einen Hauch von einem kleine Nebelfleck konnte ich erahnen. Ok. Das Ding hat nur 10,6 mag und ist nur ca. 1/5 von M13.

Dann ab in den Pfeil und M71 (Kugelsternhaufen) 8,3 mag und ungefähr die Hälfte von der Fläche was M13 hat. Wirkt eher wie ein gepunkteter Nebel. Ziemlich schwach und kein strahlenden Zentrum. Und wenn man dann schon in der Ecke ist ab zum Hantelnebel (M27). Die Sicht war jetzt wirklich gut. Obwohl er schon ziemlich tief stand konnte ich mit dem OIII im 7mm schön die Helixform erkennen und der äußere Bereich bildete auch einen schönen dezenten Nebel. Und einen schöne fette Sternenschnuppe gesehen. Hatte einen richtig fetten Schweif. Nicht besonders lang aber sehr hell und ich würde sagen leicht bläulich alles.

Dann das 40mm rein in den OAZ und auf die Suche gegangen nach dem Herznebel und den Seelennebeln. Der liegt bei Kassiopeia unterhalb von h&x (diese beiden Sternenhaufen). Sehen tut man die Nebel nicht wirklich, sondern eher das was sie verdecken. Da ist aber Spacewalk angesagt gewesen. Jeder von denen hat 1° und die liegen ziemlich dicht beieinander. das Gebiet müsste fast 3° groß sein. Aber man sah wo sie sind. Strukturen konnte man keine sehen. Eher das was sie verdecken. Ungefähr so wie der Nordamerikanebel. Dann natürlich gleich danach zu h&x mal wieder hoch und die sahen diesmal perfekt aus.

Dann faul auf die Liege gelegt und Den Zenit beobachtet.

Jetzt wollte ich wieder mal versuchen M33 aufzulösen. Die Dreiecksgalaxie. Stur kommt weiter. Bestimmt 30 Minuten das 20mm, das 12mm und das 7mm hin und her gewechselt. Und dann endlich konnte ich im 7mm einen Arm der Galaxie gaaanz dezent erkennen. Aber nur mir indirekten Sehen. Wieder ein Beweis dafür, dass man sich Zeit nehmen sollte.

Orion stand jetzt gut und dann den mal wieder entspannt angesehen und dann kam der Größenwahn. NGC 2024 (Flammennebel). Den Pferdekopf kennt man ja. Der Flammennebel liegt direkt daneben und sieht wirklich wie eine Flamme aus. Für 8″ soll er machbar sein, wenn gute Bedingungen sind. Ok  Straßenbeleuchtung in der Richtung und nur 30° hoch zu dem Zeitpunkt. Versuchen wir es mal. Alnitak muss aus dem Bild sein, sonst überstrahlt der den Bereich. Optimal noch V1197 Ori versuchen aus dem Gesichtsfeld zu bekommen und dann hat man gute Chancen. Das 12mm X-Cel passte perfekt. Ohne Filter. Nada. UHC-S rauf. Ich glaub da war was, oder doch nicht? Immer wieder leicht das Feld bewegt. Dann den OIII rauf. Und wieder leicht bewegen das Gesichtsfeld. Alnitak rein ins Bild, dann rausgleiten lassen. Zig mal. Und dann hats geklappt. Aber sowas von dezent. Ich musste erst mal checken, dass es keine Reflektionen sind. Eine richtige kontrastreiche Form war nicht erkennbar, aber ich bilde mir ein den dunklen Streifen in der Mitte gesehen zu haben und dann links und rechts davon etwas nebliges und sogar die Flammenform 1 oder 2x indirekt erkannt zu haben. Im Vergleich zum Flammennebel sah M33 heute wie eine Brandbombe aus O.o Der Flammennebel ist auf jeden Fall demnächst wieder auf der Liste.

Langsam wurde es auch kalt. Ach ja. Es war wieder naß. Aber wenigstens hat diesmal der Kram nicht so schnell beschlagen wie beim letzten mal.

Dann noch zum Abschluss Jupiter. Der rote Fleck war sauber zu erkennen. Diesmal war sogar zeitweise das 5mm brauchbar, aber das beste Ergebnis brachte wieder das 7mm. In den beiden Hauptwolkenbändern konnte man gut Strukturen erkennen und auch die Wolkenbänder in der Nähe der Polkappen waren sichtbar. Teilweise sah auch der restliche helle Bereich an manchen Stellen fleckig aus. So leichte gräuliche Flecken. Kann aber auch ein Täuschung gewesen sein.

Dann gestehe ich Schwäche. Um 2:30 Uhr hab ich dann zusammengepackt.

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