Meine ersten Beobachtungen dort oben

Eigentlich wollte ich von Anfang an kleine Beobachtungsberichte machen. Aber irgendwie habe ich es immer auf das nächste Mal verschoben. Hier mal ein paar Eindrücke von mir, was ich da oben in meinen ersten Nächten so gesehen habe.

Mein Blick nach Westen. Digicam Huckepack auf dem Dobson. 4 Sec. Belichtung
Mein Blick nach Westen. Digicam Huckepack auf dem Dobson. 4 Sec. Belichtung

Viele Anfänger glauben, dass sie da oben wundervolle Farbenspiele sehen werden. Vergesst es. Visuell ist da nichts mit Farbe. Jupiter wird schon farbige Wolkenbänder zeigen. Einige Sterne werden auch orange schimmern, aber Nebel und Galaxien sind s/w. Also grau. Ihr werdet Galaxien und Nebel eher wie milchige Flecke oder Schlieren sehen. Aber trotzdem ist es faszinierend.

Demnächst kommen kleine Berichte ins Blog. Auch hab ich mir vorgenommen nach Jahrzehnten wieder den Bleistift zu zücken und zu zeichnen was ich sehe. Ich würde empfehlen, dass alle, die noch nie was anderes als den Mond und Jupiter durch ein Teleskop mal gesehen haben, einfach mal nach „sketch astronomy“ googlen oder z.B. „Sketch Andromeda“, „Sketch M57“, Dort sieht man dann Zeichnungen von Leuten, wie sie die Objekte visuell durch Teleskop gesehen haben. Die Teleskopdaten stehen meistens auch dabei. Auch eine nette Entscheidungshilfe beim Teleskopkauf. Und auch daran denken, dass man das Sehen durch ein Teleskop erst lernen muss 😉

Die Bedingungen bei den von mir beobachteten Objekten schwankten von gut bis sehr gut, was einen Vorstadthimmel betrifft. Einen dunklen Landhimmel habe ich leider nicht, aber ich bin zufrieden mit dem was ich habe 🙂 Es fehlt aber noch viel von dem was ich gesehen habe.

M42 – Orionnebel:

Einfach ein Muss. Der Nebel wirkt schon ohne Filter überwältigend und unter guten Bedingungen klappts es auch mit dem Fernglas. Mich erinnert er irgendwie an einen Vogel, der seine Scheingen ausbreitet. Wie ein Phönix.

Sehr schön ist er mit einem UHC-Filter zu beobachten. den O-III finde ich zu dunkel. Ich sehe ihn auch oft gerne in 8,8mm Weitwinkel an. Jedes mal entdecke ich neue Feinheiten in ihm.

M1 – Krebsnebel:

Schwacher Nebel, der beobachtet werden will um Details zu zeigen. Mit dem 8″ erkenne ich nicht sehr viel. Im kleinen Refraktor ist es mir noch nicht geglückt ihn zu finden. Keines meiner Lieblingsobjekte.  Sicherlich sehr interessant in 12″ und größer.

M31 –  Andromedagalaxie:

Wer Andromeda findet darf sie behalten :D. Digiknipse mit 6 Sekunden oder so. Huckepack auf dem Dobson
Wer Andromeda findet darf sie behalten :D. Digiknipse mit 6 Sekunden oder so. Huckepack auf dem Dobson

Mit bloßen Augen in guten Nächten zu finden. Im Sucher des Fernrohres schon zu beobachten. Am liebsten im 15mm, da ich dann auch die Begleiter schön mit beobachten kann. Wenn man sich Zeit lässt und die Bedingungen gut sind, erkennt man, bzw. erahnt man die Spiralarme. Ein Ziel in jeder Beobachtungsnacht bei mir.

M57 – Ringnebel:

Mein erstes Deep Sky Objekt, dass ich gefunden habe. Ein schönes Objekt, welcher einfach zu finden ist. Am liebsten fange ich gemütlich in kleiner Vergrößerung an und gehe dann so weit es die Bedingungen zulassen näher ran. Ein UHC oder OII steigert spürbar den Kontrast. Aber auch ohne Filter ist er gut zu beobachten und man kann wunderschön den Ring mit Details erkennen. Auch in kleinen Teleskopen kann man ihn finden und mit etwas Glück auch schön die Ringform erkennen.

M27 – Hantelnebel:

Jedesmal suche ich mir den Wolf. Im Vergleich zu M57 viel schwächer aber dafür größer. Unter guten Bedingungen ist die Hantelform (Mich erinnert es mehr an eine Helix) zu erkennen. Wenn man schon bei 57 war sollte man ruhig mal weiter nach links schwenken und anfangen zu suchen.

NGC 663 und NGC 654 :

Eines meiner, wenn nicht sogar mein Lieblingsziel, wenn es um Sternhaufen geht. Jedesmal freue ich mich über das Funkeln (welches ich mir bestimmt einbilde 😀 ) Diese beiden findet man gut in der Nähe vom Sternbild Cassiopeia und sie liegen dicht beieinander. Selbst meine Frau war fasziniert davon. Besonders schön finde ich ihn, wenn man nach längerer Beobachtung von Nebeln sich diesen Anblick gönnt. Auch im Fernglas kann man die Pracht erahnen.

M45 – Plejaden:

Dier Plejaden am 30.10.13 aufgenommen mit einer Digicam Huckepack auf dem Dobson
Die Plejaden am 30.10.13 aufgenommen mit einer Digicam Huckepack auf dem Dobson

Mein mini Kleiner Wagen 😉 Mit dem bloßen Auge Richtung Osten und man sieht sie. In einer Nacht kam es mir so vor, als wenn ich ganz, ganz zart den Nebel in den Plejaden sehen konnte als ich das 8,8mm Weitwinkel nutzte im 8″ Newton. Kann aber auch eine Täuschung vom Beschlag auf dem Okular gewesen sein. Eher ein Fernglasobjekt, aber auch höher vergrößert haben die Sterne dort einen besonderen Reiz.

Jupiter:

Jedes mal ist er eine Reise wert. Unter guten Bedingungen konnte ich ihn bis jetzt 1x mit 315-facher Vergrößerung sehen. Mit dem roten Fleck habe ich bis jetzt noch Probleme auch bei kleineren Vergrößerungen. Meisten nutze ich 200x. Das ist leider auch so ziemlich die Grenze wo mir das Nachführen im Dobson noch Spaß macht. Seit ich einen Polfilter habe blendet er auch nicht mehr so. Die Wolkenbänder sind ein einmaliger Anblick. Und jedes mal bin ich gespannt, wie seine Monde gerade stehen.  Er war auch der erste Versuch von mir mit einer Webcam was aufzunehmen, was weiter als der Mond weg ist.

Mond:

Digicam im Oktober 2013
Digicam im Oktober 2013

Gleichzeitig Freund und Feind. Ich könnte ihn immer vom Himmel holen, wenn die Nacht wundervoll klar ist und man DS machen will. Grrrrr. Aber anderseits ist er auch das einzige Objekt, wo man wirklich Berge und Krater richtig sehen kann. Außerdem kann man da mal richtig die Sau raus lassen und dennoch was erkennen. Also mein 3,8mm mit einer 2x Barlow hat ihn schon besucht 😀 Muss auch mal sein

Messier 81 und 82 – Bode-Galaxien

Mit dem 8″ ein schöner Anblick. Zwei Fliegen mit einer Klappe. M81 bietet den häufigen schrägen Anblick auf eine Galaxie und hat einen helles Zentrum. Und nicht weit davon entfemt sieht man M82. Sie sieht aus wie eine Zigarre, da man sie von der Seite sieht. Mit Lichtstarken Teleskopen sollten die beiden gut zu finden sein. Beim 8″ Dobson nutze ich entweder das 25mm Plösel wenn ich beide zusammen sehen will und wenn ich abwechslend zwischen den beiden hin und her schwenke nehme ich das 15mm 70° Weitwinkel.

Messier 13 – Kugelsternhaufen im Herkules

Einfach zu finden und ein gutes Objekt immer weiter mit der Vergrößerung rein zu gehen. Je mehr man Vergrößert umso mehr lösen sich die Sterne auf. Viel Spaß beim Zählen der Sterne 🙂 Auch mit kleinen Refraktoren kann man dieses helle Objekt schon gut beobachten.

Messier 101 – Feuerrad-Galaxie

Gerade jetzt bietet sich der Große Bär sie mal zu besuchen. Leider ist sie relativ Lichtschwach und man schon genau hinsehen, bis man sie hat. Dann sich Zeit lassen und man wird mit einen schönen Anblick belohnt. Die Spiralarme lösen sich bei guten Bedingungen auf und man sieht dann das Feuerrad. Etwas für die Lichteimer unter den Teleskopen. Mit den 80mm Refraktor habe ich sie noch nicht besucht.

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